Dr. Thes Blanck

Rechtsanwalt

Widerufsjoker - letzte Frist läuft...

Noch bis 21. Juni gegen zu hohe Zinsen und Vorfälligkeitsentschädigungen vorgehen!

Der sogenannte Widerrufs-Joker für bundesweit Millionen von Kreditverträgen von Verbrauchern erlischt durch gesetzliche Regelung endgültig am 21. Juni 2016. Daher ist es höchste Zeit für eine Überprüfung alter oder noch laufender Darlehensverträge.

 

Wer sich die Chance auf teilweise fünfstellige Beträge sichern möchte, sollte daher umgehend tätig werden.

Rechtlicher Hintergrund: In einer Vielzahl der im Zeitraum zwischen Ende 2002 bis in das Jahr 2010 hinein geschlossener Kreditverträge zwischen Banken und Privatleuten haben sich Fehler in der von der jeweiligen Bank verwendeten Widerrufsbelehrung eingeschlichen.

Die am häufigsten  vorkommenden Fehler sind unklare Belehrungen zum Beginn der Widerrufsfrist, aber auch fehlende Hinweise auf Rechtsfolgen oder fehlende Hinweise auf verbundene Geschäfte.

Durch die fehlerhafte Belehrung hat nach Vertragsschluss die jedem Verbraucher zustehende Widerrufsfrist nicht zu laufen begonnen.

 

Kreditnehmer haben daher in vielen Fällen die Möglichkeit, diese alten Verträge auch heute noch zu widerrufen.

 

Die Möglichkeit des Widerrufs besteht auch, wenn die Kredite bereits komplett abbezahlt oder abgelöst sind.

 

Auch bei der bereits erfolgten Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung durch vorzeitige Ablösung muss die Bank Ihnen diese bei einem wirksamen Widerruf ersetzen.

Bei erfolgreichem Widerruf erlischt das Darlehensverhältnis rückwirkend zum Tag des Vertragsschlusses und wandelt sich von da an in ein sogenanntes Rückgewährschuldverhältnis um. Dies bedeutet, dass alle jeweils empfangenen Leistungen zurück gewährt werden müssen.

 

Gegebenenfalls muss daher bei einem noch laufenden Vertrag ein neuer Kredit bei einer anderen oder auch der gleichen Bank (i.d.R. zu deutlich geringeren Zinsen) eingegangen werden.

 

Der positive Effekt eines erfolgreichen Widerrufs liegt in der Pflicht der Bank, dem Darlehensnehmer die bereits erbrachten Zinsen und Tilgungsleistungen herauszugeben. Der Bundesgerichtshof hat darüber hinaus festgestellt, dass die Bank die gezahlten Tilgungen nicht nur herausgeben muss, sondern diese auch mit einem 5 % über dem Basiszinssatz liegenden Zinssatz verzinsen muss.

 

Der Darlehensnehmer hat hinsichtlich des Darlehensbetrages maximal die marktüblichen Zinsen, die i.d.R. unter den vereinbarten Zinssätzen liegen, zu zahlen.

 

Wer seine Chance auf nicht unerhebliche Beträge wahren möchte, sollte kurzfristig anwaltlichen Rat einholen, um seine realen Möglichkeiten abschätzen zu können.

Rechtsanwalt Dr. Thes Blanck, Rechtsanwälte Luhmann & Volquardts PartGmbB