Das notarielle Testament bietet gegenüber dem eigenhändigen Testament eine Reihe von Vorteilen.Zunächst berät der Notar über das komplizierte Erbrecht und die verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten von letztwilligen Verfügungen.

 

Dies führt dazu, dass das Testament auch wirklich wirksam ist. Ein sehr großer Teil der privatschriftlichen Testamente in Deutschland ist unklar, in sich widersprüchlich oder weist Formmängel auf, was in vielen Fällen zur Unwirksamkeit führt.

 

 

Eigenhändiges Testament

 

Ein eigenhändiges Testament kann jedermann ohne Hilfe anderer Personen, also schnell und an jedem Ort, errichten. Kosten entstehen ihm dadurch nicht, zumal eine amtliche Verwahrung des eigenhändigen Testaments nicht vorgeschrieben ist.

Ein eigenhändiges Testament muss vollständig eigenhändig geschrieben und unterschrieben sein. Es dürfen daher auch nicht Teile des Testaments mit Schreibmaschine oder Computer angefertigt werden. Nur aufgrund der eigenhändigen Niederschrift können die individuellen Schriftzüge die Identität des Verfassers als Erblasser belegen.

Dazu ist die Art des Schreibmaterials für die Wirksamkeit eines Privattestaments unerheblich. Entscheidend ist weiterhin, dass die eigenhändige Unterschrift das Dokument abschließt, da zum einen eine einwandfreie Feststellung der Urheberschaft des Erblassers ermöglicht werden soll, zum anderen die Unterschrift klarstellt, dass es sich um eine abgeschlossene Erklärung handelt. Am Besten soll das eigenhändige Testament die Zeit und den Ort der Errichtung angeben.

Es handelt sich jedoch um eine Sollvorschrift, deren Nichtbeachtung die Gültigkeit des Testaments nicht beeinflusst. Ein solches eigenhändiges Testament kann in amtliche Verwahrung gegeben werden.     

 

 

 Gemeinschaftliches Testament / Berliner Testament

 

Das gemeinschaftliche Testament ist die Zusammenfassung von gemeinschaftlich getroffenen letztwilligen Verfügungen zweier Personen. Ein gemeinschaftliches Testament kann von Ehegatten oder Lebenspartnern im Sinne des § 1 LPartG errichtet werden. Es handelt sich dabei um zwei Verfügungen von Todes wegen, wobei die Ehegatten/Lebenspartner zwar gemeinschaftlich, aber jeder einseitig verfügen. Im Gegensatz zum Erbvertrag ist das gemeinschaftliche Testament nur eine Verfügung von Todes wegen und eben gerade kein Vertrag. Ein gemeinschaftliches Testament setzt voraus, dass beide Ehegatten/Lebenspartner aufgrund eines gemeinsamen Entschlusses handeln. Es kann sowohl privatschriftlich, als auch notariell verfasst werden.

Das gemeinschaftliche Testament hat in der Praxis eine große Bedeutung, vor allem wegen der wechselbezüglichen Verfügungen, die eine (beschränkte) Bindungswirkung der jeweilig vorgenommenen testamentarischen Anordnung verursachen. Das gemeinschaftliche Testament genießt ein Formprivileg in der Art, dass es genügt, dass ein Ehegatte die Verfügung beider Ehegatten eigenhändig schreibt und unterschreibt und der andere Ehegatte diese gemeinschaftliche Erklärung eigenhändig mit unterzeichnet. Vom zweiten Ehegatten wird also nur eine eigenhändige Unterschrift verlangt. Bei wechselbezüglichen Verfügungen eines gemeinsamen Testamentes entsteht eine Bindungswirkung mit dem Tod des anderen Ehegatten.

Vor diesem Zeitpunkt ist jedoch auch eine wechselbezügliche Verfügung in einem gemeinschaftlichen Testament einseitig frei widerruflich. Allerdings muss der Widerruf im Hinblick auf das zu schützende Vertrauen des jeweiligen anderen Ehegatten durch persönliche und notariell beurkundete Erklärung gegenüber dem anderen Ehegatten erfolgen. Eine gegenseitige Abhängigkeit von wechselbezüglichen Verfügungen zeigt sich zudem auch darin, dass die Nichtigkeit oder der Widerruf der einen Verfügung die Unwirksamkeit der anderen Verfügung (des anderen Ehegatten) zur Folge hat.

Unter einem Berliner Testament versteht man ein gemeinschaftliches Testament, in dem die jeweiligen Ehegatten/Lebenspartner sich gegenseitig und einen Dritten oder mehrere Dritte – üblicherweise die gemeinsamen Kinder – zu Erben des jeweilig Überlebenden einsetzen. Das Berliner Testament ist und bleibt die beliebteste erbrechtliche Gestaltungsform unter Ehegatten. Es trägt den normalen und tradierten Erbfolge- und Gerechtigkeitsdenken unter Ehegatten Rechnung. Mit dieser Testamentsform wird auch der überlebende Ehegatte in optimaler Weise gesichert, denn er wird der Alleinerbe. Gleichzeitig ist aufgrund der Bindungswirkung des Testaments sichergestellt, dass der überlebende Ehegatte nicht mehr anderweitig testieren kann (dies kann jedoch auch anders vereinbart werden) und somit das gemeinsame Vermögen letztendlich an die im Testament bestimmten Dritten (Kinder) gelangt. Trotzdem bestehen auch einige Gefahren und Nachteile des Berliner Testaments, etwa zumal das Berliner Testament bei wirtschaftlicher Betrachtung bei den jeweiligen Erbfällen der Ehegatten zweifach besteuert wird.

Zu Fragen und individuellen Gestaltungsmöglichkeiten des Berliner Testaments sprechen Sie uns bitte an.

 

 


Als erbrechtlich versierte Rechtsanwälte, Fachanwalt für Erbrecht und als Notar mit Kanzleisitz in Reinfeld (Holstein)  stehen wir Ihnen auch für eine umfassende Beratung zur eigenen Erstellung eines Testaments gern zur Verfügung. Unsere Kanzlei ist aus Lübeck in ca. 15 Minuten erreichbar, aus Bad Oldesloe in ca. 10 Minuten.