Matthias Volquardts

Rechtsanwalt u. Mediator

Fachanwalt f. Familienrecht

Vermögensauseinandersetzung bei Scheidung

 

Trennung - Scheidung - Vermögensauseinandersetzung, Zugewinn - bei Trennung und Scheidung

Ehepaare, die keinen Ehevertrag abgeschlossen haben leben im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft.

 

Hier gilt der Grundsatz: Jeder hat sein eigenes Vermögen und haftet auch nur für seine Schulden.

 

Scheitert die Ehe wird das Anfangsvermögen, d.h. das Vermögen zum Zeitpunkt der standesamtlichen Trauung und das Endvermögen zum Zeitpunkt der Zustellung des Scheidungsantrags verglichen. Ergibt sich ein „Zugewinn“ aus der Ehezeit, so ist dieser so auszugleichen, dass beide Ehegatten aus der Ehezeit im Ergebnis den gleichen Zugewinn erzielen.

Seit dem 1.September 2009 gelten grundlegende Neuerungen. War bislang ein „negatives“ Anfangsvermögen, d.h. Schulden nicht zu berücksichtigen, so sind diese nun voll in die Berechnung einzubeziehen. Ein Beispiel verdeutlicht die drastischen aber in der Regel auch fairen Auswirkungen: Hat der Ehemann 50.000,00 € Schulden in die Ehe mitgebracht und die Ehefrau 0,00 € und der Ehemann im Endvermögen nun 0,00 € und die Ehefrau 50.000,00 €, dann hätte nach altem Recht – ohne Berücksichtigung der Schulden – die Ehefrau 25.000,00 € an den Ehemann zu zahlen. Nach neuem Recht haben beide 50.000,00 € Zugewinn, ein Ausgleichsanspruch ist nicht gegeben.

 

Mehr als 50 % aller Ehescheidungen erfolgen nach einer Ehedauer von mehr als 10 Jahren. Kommt es nach dieser Ehedauer zur Trennung, zeigt sich schnell wer vorgesorgt hat und sein Anfangsvermögen „beweisen“ kann.

 

Viele Möglichkeiten das „alte Sparbuch“ oder den Kontostand von vor 11 Jahren oder den Wert des alten Bausparvertrages zu ermitteln gibt es dann nicht mehr.

Wer ein namhaftes Anfangsvermögen in die Ehe einbringt sollte sich also durch geeignete Unterlagen absichern.

 

Um späteren Streit zu vermeiden ist den Ehegatten anzuraten, bei Eheschließung ein Vermögensverzeichnis zu erstellen. Das Gesetz sieht in § 1377 BGB vor, das ein solches gemeinsam aufgestelltes Vermögensverzeichnis der Ehegatten die Vermutung der Richtigkeit für sich hat. Werden Firmen in die Ehe eingebracht oder in der Ehezeit gegründet, so ist dringend anzuraten über einen Ehevertrag nachzudenken, da ein späterer Zugewinnausgleich im schlimmsten Falle die Insolvenz der Firma zur Folge haben kann. Ohne die Fairness zwischen den Ehegatten aus dem Auge zu verlieren bietet sich hier eine modifizierte Zugewinngemeinschaft an, die die konkreten Interessen der Ehegatten berücksichtigt.