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Testamentsgestaltung für Eltern mit minderjährigen Kindern

 

Die wenigsten jungen Eltern haben ein Testament.

 

Sie sind gedanklich bei der Bewältigung des Alltags und im Vermögensaufbau – nicht bei der Nachlassgestaltung.

 

Junge Eltern denken in der Regel, dass sie „ohnehin nicht viel zu vererben haben“ und ein Testament nicht nötig sei.

 

Tatsächlich ist die testamentarische Gestaltung für Eltern mit minderjährigen Kindern jedoch besonders wichtig – gerade weil es nicht nur um Vermögensinteressen, sondern um das Wohl der Familie und der Kinder geht.

Bei Familien, in denen beide sorgeberechtigten Elternteile verheiratet sind, führt der Tod eines Elternteils bei gesetzlicher Erbfolge dazu, dass die Kinder Miterben neben dem Ehepartner werden. Sie werden Miteigentümer hinsichtlich sämtlicher Vermögensgegenstände, die der Verstorbene hatte – auch wenn diese von den Ehepartnern gemeinsam angeschafft oder erwirtschaftet wurden.

 

Dies kann für den überlebenden Elternteil erhebliche Schwierigkeiten mit sich bringen.

 

Das Kind hat geerbt und der Elternteil darf über das ererbte Vermögen des Kindes nicht frei verfügen.

 

Er ist aufgrund des Sorgerechts lediglich berechtigt, das Vermögen für das Kind zu verwalten und in dessen Sinne zu verwenden.

 

Der überlebende Elternteil ist dem Kind gegenüber zur Rechenschaft verpflichtet und kann bei pflichtwidriger Verwaltung sogar schadensersatzpflichtig werden.

 

Bei größeren Vermögensmassen oder bei besonderen Rechtsgeschäften – z.B. dem Verkauf einer Immobilie, an welcher das Kind Anteile hat – wird diesem in der Regel ein Ergänzungspfleger zur Seite gestellt, der die Interessen des Kindes vertritt. Die Entscheidungs- und Verfügungsfreiheit des überlebenden Elternteils wird also erheblich eingeschränkt – faktisch kann er über einen Teil des „ehelichen Vermögens“ nicht frei verfügen oder bestimmen.

 

Hinzukommt, dass die Kinder mit Erreichen des 18. Lebensjahrs das ererbte Vermögen frei und alleine selbst verwalten dürfen und auch herausverlangen können.

 

All dies entspricht selten dem Willen der Eltern.

 

Sie möchten in der Regel, dass der überlebende Elternteil betr. des gesamten Vermögens freie Hand hat und dies im Sinne der Familie verwenden darf.

Durch testamentarische Verfügung kann dies erreicht werden. Ehepartner können sich durch ein gemeinschaftliches Testament gegenseitig als Alleinerben einsetzen und gleichzeitig die Kinder absichern. Sie können z.B. verfügen, dass die Kinder nach dem Tod des überlebenden Ehegatten sog. Schlusserben werden, sie können entsprechend ihrer Vermögensstruktur regeln, in welchem Umfang der überlebende Ehegatte freie Hand haben soll, ob die Kinder zusätzliche Zuwendungen oder Sicherheiten als Vermächtnisse erhalten sollen oder auch was bei einer eventuellen Wiederverheiratung mit dem Vermögen geschehen soll.

Bei nicht verheirateten Eltern erben die Kinder bei Tod eines Elternteils allein.

 

Der andere Elternteil erbt nicht, hat jedoch aufgrund des Sorgerechts ebenfalls die Vermögenssorge über das ererbte Vermögen der Kinder inne.

 

Bei unverheirateten Eltern können die oben aufgeführten Gestaltungen durch einen Erbvertrag erreicht werden.

Noch bedeutsamer wird eine testamentarische Regelung in dem Fall, dass beide Elternteile gleichzeitig oder nacheinander versterben. So selten dieser Fall glücklicherweise ist, so elementar ist dann eine testamentarische Regelung: Eltern können ausschließlich durch Testament oder Erbvertrag verbindlich regeln, wer die Kinder betreuen und versorgen soll! 

 

Durch Testament kann dann auch differenziert verfügt werden, ob der bestimmte Vormund auch das Vermögen der Kinder verwalten und ob dies durch Anordnung von Testamentsvollstreckung über den 18. Geburtstag der Kinder hinaus erfolgen soll.

 

Eine gut durchdachte Nachlassplanung ist Teil der elterlichen Verantwortung.

Lassen Sie sich beraten.